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Originalarbeit

Anforderungen, Ressourcen und Arbeitsengagement Pflegender während der zweiten Welle der COVID-19-Pandemie

Eine Querschnittstudie

Published Online:https://doi.org/10.1024/1012-5302/a000820

Zusammenfassung.Hintergrund: Pflegenden kommt eine entscheidende Rolle in der COVID-19-Pandemie zu. Von Bedeutung ist insbesondere ihr Arbeitsengagement, das von Arbeitsanforderungen und -ressourcen abhängt. Bisher gab es nur vereinzelte und auf die erste Welle bezogene Hinweise, wie sich in Deutschland während der COVID-19-Pandemie Arbeitsanforderungen, -ressourcen und -engagement Pflegender darstellen. Ziel: Für die zweite COVID-19-Pandemiewelle sollte eine Bestandsaufnahme pflegeberufsspezifischer Schlüsselanforderungen und -ressourcen sowie des Arbeitsengagements erfolgen. Dabei sollte auch zwischen verschiedenen Gruppen von Pflegenden differenziert werden. Methode: Die Studie wurde im Querschnittdesign durchgeführt und richtete sich an Pflegende in der direkten Gesundheitsversorgung in Deutschland. Die Daten wurden per Online-Fragebogen in der zweiten Welle der COVID-19-Pandemie mit Messinstrumenten erhoben, die sich in früheren Studien als valide und reliabel erwiesen haben. Es konnten 1027 Fälle ausgewertet werden. Ergebnisse: Anforderungsseitig zeigte sich die Arbeitsbelastung als noch höher als vor der COVID-19-Pandemie. Konflikte zwischen Arbeits- und Privatleben waren weniger ausgeprägt. Die Ressourcenarchitektur wurde durch die COVID-19-Pandemie nicht grundlegend verändert, zwischenmenschliche Beziehungen und Autonomie jedoch positiver bewertet. Beschäftigte in der ambulanten Pflege urteilten positiver über Anforderungen und Ressourcen als Pflegende anderer Sektoren. Die Betreuung von COVID-19-Erkrankten ging mit einem kritischeren Urteil einher. Das Arbeitsengagement war während der zweiten COVID-19-Pandemiewelle höher als in der ersten Welle, insgesamt aber dennoch gering. Schlussfolgerungen: Aufgrund der Bedeutung des Arbeitsengagements für die Gesundheit und Arbeitsleistung der Pflegenden und damit die Versorgungsqualität ist die Anforderungs- und Ressourcensituation weiter zu verbessern. Ansatzpunkte sind zum Beispiel die Förderung des Zusammenhalts unter Pflegenden, die Stärkung der Autonomie und eine professionelle Belastungssteuerung.


Demands, resources, and work engagement of nurses during the second wave of the COVID-19 pandemic – A cross-sectional study

Abstract.Background: Nurses are assigned a key role in managing the COVID-19 pandemic. Of particular importance is their work engagement, depending on job demands and resources. So far, there have only been scattered and first-wave related indications of nurses’ job demands, resources and work engagement in Germany during the pandemic. Aim: To systematically assess key job demands, key job resources and work engagement of nursing staff for the second wave of the COVID-19 pandemic, also differentiating between various groups of nurses. Method: The study was realized in a cross-sectional design and included nurses in direct health care settings in Germany. Data was collected with an online questionnaire using valid and reliable measures during the second wave of the pandemic. The dataset for analyses comprised 1027 cases in total. Results: Regarding demands, work overload was even higher than before the pandemic, but work-life interferences were less pronounced. Nurses’ resource architecture was not fundamentally changed by the pandemic, but interpersonal relationships and autonomy were rated more positively. Domiciliary care workers assessed demands and resources more positively than nurses in nursing homes or hospitals, whereas nurses caring for COVID-19 patients evaluated demands and resources more critically. Nurses’ work engagement was higher during the second pandemic wave than in the first wave, but still low overall. Conclusions: Due to the importance of work engagement for nurses’ health and performance and thus the quality of care, demands and resources must be further improved. Starting points are, e. g., fostering team cohesion, strengthening autonomy, and managing workload.

Literatur